Mit einem umfassenden Paket von zehn Vorstössen setzt sich die SP Zürich für Verbesserungen im kantonalen Schulsystem ein. Die Vorschläge reichen von betreuten Aufgabenstunden über Massnahmen zur Sicherstellung der Unterrichts- und Betreuungsqualität bis hin zum prüfungsfreien Übertritt ins Gymnasium.
«Die SP setzt sich seit jeher für eine gute, starke und zukunftsfähige Volksschule ein. Mit unserem Vorstosspaket legen wir nun wichtige Verbesserungsvorschläge für eine chancengerechte und qualitativ hochwertige Bildung im Kanton Zürich auf den Tisch», so SP-Kantonsrätin Carmen Marty Fässler, die das Vorstosspaket gemeinsam mit sieben weiteren Bildungspolitiker:innen der SP-Fraktion erarbeitet und am Montag eingereicht hat.
Die zehn Vorstösse im Überblick:
- Individuelle Lernzeit statt Hausaufgaben: Anstatt Hausaufgaben zu Hause lösen zu müssen, sollen Schüler:innen betreute Aufgabenstunden oder individuelle Lernzeiten in der Schule nutzen können. Das stärkt die Chancengleichheit und führt zu weniger Überlastung und Frustration.
- Qualität der schulergänzenden Betreuung sicherstellen: Schulergänzende Betreuungsangebote sind wichtig für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Um dabei im ganzen Kanton eine hohe Betreuungsqualität zu garantieren, soll der Regierungsrat einheitliche Qualifikationsanforderungen für die unterschiedlichen Angebote festlegen.
- Schulassistenz mit Kompetenz: Damit Schulassistenzen den Schulalltag effektiv unterstützen können, brauchen sie die nötigen Kompetenzen. Darum soll der Regierungsrat auch für sie einheitliche Qualifikationsbedingungen festlegen – z.B. eine abgeschlossene Ausbildung in der Fachrichtung Kinder (FaBe KIN) oder entsprechende Weiterbildungen.
- Schul- und Unterrichtsqualität voranbringen: Die Zusammenarbeit zwischen Schulen, der Fachstelle für Schulbeurteilung und dem Volksschulamt soll intensiviert werden, um wissenschaftliche Erkenntnisse schneller und effektiver in die Praxis umsetzen zu können.
- Teamteaching an der Volksschule einführen: Durch den Unterricht im Team können Lehrpersonen sich gegenseitig unterstützen, entlasten und von einer professionellen Zusammenarbeit profitieren. Dies steigert die Unterrichtsqualität und verbessert die Lernbedingungen.
- Ein eigener Hochschulrat für die Pädagogische Hochschule Zürich: Die PH Zürich soll einen eigenständigen Hochschulrat erhalten, der die Ausbildungsqualität der Lehrpersonen und die Nähe zur fachlichen Praxis sicherstellen kann.
- PH-Gesetz modernisieren: Das Gesetz über die Pädagogische Hochschule Zürich soll an heutige Anforderungen angepasst werden, um flexible und zeitgemäße Studienangebote für zukünftige Lehrpersonen zu ermöglichen.
- Prüfungsfreier Übertritt ins Gymnasium: Ein Bericht soll die Auswirkungen eines prüfungsfreien Übertritts ins Gymnasium untersuchen. Der Leistungsdruck auf Schülerinnen und Schüler könnte so gesenkt und der Zugang zur höheren Bildung fairer gestaltet werden.
- Ausbildungspflicht bis zum 18. Altersjahr: Jugendliche ohne Anschlusslösung sollen gezielt unterstützt werden, um einen Abbruch der Ausbildung zu verhindern. Der Kanton Zürich soll entsprechende Massnahmen ausarbeiten, um die Ausbildungsquote zu erhöhen.
- Unentgeltlichkeit der Lehrmittel während der Schulpflicht: Schulbücher sollen für alle Schüler:innen in der obligatorischen Schulzeit kostenlos sein – auch am Gymnasium. Das fördert die Bildungsgerechtigkeit und reduziert die finanzielle Belastung der Familien.