Unser Milizsystem funktioniert nur, wenn Menschen mit unterschiedlichen Lebensrealitäten politisch mitwirken können. Genau das ist heute nicht der Fall: Wer krank wird, einen Unfall hat oder Familie und Politik vorübergehend nicht vereinbaren kann, verliert die eigene Stimme im Parlament.
Ohne Vertretungsregelung bedeutet ein längerer Ausfall: Die Stimme fehlt oder ein Rücktritt wird notwendig. Politik wird so zu einem System für jene, die jederzeit verfügbar sind. Das ist realitätsfremd und schwächt die demokratische Vertretung.
Die Vorlage schafft eine klare und praktikable Lösung: Bei längeren Ausfällen – etwa wegen Krankheit, Unfall oder Mutterschaft – kann sich ein Kantonsratsmitglied bis zu zwölf Monate vertreten lassen. Die Vertretung ist demokratisch abgestützt: Die nächste Person auf der eigenen Wahlliste rückt nach. Gerade bei knappen Mehrheiten ist es entscheidend, dass keine Stimme fehlt.
Die Regelung ist kein Systemwechsel, sondern eine gezielte Korrektur eines offensichtlichen Problems. Sie sorgt dafür, dass Politik nicht nur für Dauerverfügbare machbar ist, sondern auch für Menschen mit Familie, Beruf und unvorhersehbaren Lebenssituationen.
Ein ähnliches Modell hat sich in anderen Kantonen bereits bewährt. Zürich kann hier eine funktionierende Lösung übernehmen.
Wer ein faires und zukunftsfähiges Milizsystem will, sagt Ja zu dieser Vorlage.